Polaroids – Hana Hoitore

Die Fotografie mit der Sofortbildkamera erfordert Mut.

Wie die Motive selbst in einem konstanten Fluss sind, so ist auch der chemische Prozess der Entwicklung nie derselbe. Wärme & Licht sind zwei Zutaten des alchemistischen Werden eines Bildes, dessen Objekt schon längst nicht mehr ist, wenn sein Abbild erst im Werden ist. Sowohl spontane Ideen als auch länger konzipierte Motive entfalten sich dadurch wie von selbst innerhalb von wenigen Minuten zu überdauernden Bildern.

Ich bin fasziniert von der direkten Verbindung und Wirkung zwischen Kamera und Objekt. Irgendwie scheint sie befreit von Konstruktionen, Zuschreibungen oder Verzerrungen. Am Ende des Prozesses steht ein ehrliches Bild, dem nichts mehr hinzugefügt oder weggenommen werden kann. Für mich stellt das Sofortbild daher eine der authentischsten bildnerischen Ausdrucksformen dar.

Genau darin liegt vielleicht die Faszination bei der Betrachtung der Bilder. Das intuitive Motiv ist nur die Ausgangsbasis des Entwicklungsprozesses. Dem Weg und dem Ergebnis verpflichtet, ist jedes Bild ein Sprung ins Ungewisse. Befreit von einer erdrückenden Theorie und einengenden Konzepten lässt es auch dem eigenen wandelnden Wesen des Betrachters Raum einen kurzen Moment inne zu halten und sich selbst in Ihnen zu entdecken.

Hana Hoitore

Hana Hoitores Weg beginnt in und um München. Er führte sie durch Deutschland und einige Zeit in einem großen Bogen nach Japan. Doch in diesem Moment bewegt sie sich vor allem in Hamburg.

“Hätte ich eine Schreibmaschine bekommen, würde ich Romane schreiben”

Vielleicht.
Vielleicht, stehe ich der Welt bewusst lieber sprachlos gegenüber.

hana@hanahoitore.de